BAD ZWISCHENAHN
WATTWANDERUNG
WANDERMARATHON
FELSENGÄRTEN
KONTAKT
 

Eppinger Linien Wandermarathon

42 km spaß...

... verspricht der erste Eppinger-Linien Wandermarathon. Zu zweit fahren Veronika und ich mit dem Auto nach Mühlacker und werden mit einem reichhaltigen Frühstück empfangen. Belegte Brötchen, gekochte Eier und Kaffee warten darauf, verzehrt zu werden. Am Empfang geben wir unsere Namen durch und erhalten einen Stoffbeutel mit allen wichtigen Dingen, die wir benötigen: Ein Roadbook, das uns sicher zum Ziel führen wird, ein Müsli, das Eppinger-Linien-Wandermarathon T-Shirt, ein Tuch für den Kopf, bedruckt mit der Laufstrecke, eine Flasche Mineralwasser und vieles mehr. Schnell die T-Shirts gewechselt und schon geht es los.

gespannt, was uns erwartet...

... wandern wir durch Mühlacker und denken gerade noch rechtzeitig daran, ein Foto von uns zu machen BEVOR wir die vielen Kilometer zurückgelegt haben und nicht mehr so fotogen sind. Wir sind die Letzten, die losgelaufen sind - denken wir. Da hören wir gelächter hinter uns und werden von zwei weiteren Wanderen angesprochen, die wohl noch später dran sind als wir. Die beiden Wanderer stellen sich uns als David und Jan vor und scheinen genau so foto-verrückt zu sein wie ich, denn sie haben einen Wanderblog. Sofort sind uns die beiden sympathisch und für den Rest des Tages begleiten sie uns.

Das Wetter...

... ist der Wahnsinn, die Wolken sehen aus wie Wattebällchen und unsere Laune ist super. "Wir packen die 42 km", sagen wir uns und sind dennoch nicht sicher, ob wir Recht haben. Am Kloster in Maulbronn angekommen, treffen wir Thomas. Ihn lernte ich vor einiger Zeit in Facebook in einer fitbit-Gruppe kennen. Gemeinsam stiefeln wir weiter. Alle paar Kilometer gibt es extra Stationen mit Verpflegung für uns: Müsliriegel von einer Bäckerei selbst gemacht, frisches Obst, literweise Wasser und Säfte der Firma alwa und jedes Mal super nette Menschen, die an den Ständen stehen und nur darauf warten, uns mit eben Genanntem zu versorgen. An vielen Stationen gibt es Klohäuschen, die liebevoll mit einer Blume und einem Sack voll mit Sägespähne ausgestattet sind. (Man muss ja schließlich das eben gemachte zuschaufeln).

Schnell noch ein Foto...

... von uns und dann geht es auch schon weiter. Wir dürfen keine Zeit verlieren, auch wenn uns der Schweiß über das Gesicht läuft und die Beine pochen. Irgendwann ist Halbzeit. Für die Halbwandermarathonis ist hier Ende, wir müssen noch weiter. Ein großes Bierzelt ist aufgestellt und eine Band spielt Live-Musik. Wir holen uns Spaghetti mit Bolognese oder Käsesoße und setzen uns an einen der Biertische. Zum Nachtisch gibt es dann sehr leckeres, selbstgemachtes Eis, das wir in vollen Zügen genießen. Sooo viel Essen, wie sollen wir jetzt noch laufen? Aber die Eppinger Linie kennt keine Gnade und wenn wir heute Abend mit dem Shuttle zurück nach Mühlacker wollen, müssen wir uns sputen.

Alles blüht...

... auf diesem Wanderweg und wir genieße den Duft von frisch gemähtem Rasen. Irgendwann spüre ich ein Ziehen in meinem rechten Oberschenkel. Auch das noch. Die letzten 21 km haben Spuren hinterlassen. Glücklicherweise hat Veronika an alles gedacht und Schmerztabletten mitgenommen, von denen sie mir eine gibt. Ein paar Dehnübungen und schon geht es weiter. Wir sind begeistert, wie toll der Marathon organisiert ist und freuen uns, dass wir dabei sein dürfen. Das Ziehen in meinem Bein lässt irgendwann nach. An vielen Stellen müssen wir einfach stehen bleiben und fotografieren, weil die Natur hier so schön ist.

Immer noch fit...

... zumindest mehr oder weniger, laufen wir steile Hügel hinauf und wieder hinunter. Vorbei an Maisfeldern, Weinbergen, Schlössern und Seen. Irgendwann habe ich den Punkt erreicht, an dem ich nicht mehr viel um mich herum mitbekomme. Die Stimmen meiner Mitwanderer rücken in die Ferne und ich genieße die Natur um mich herum, während ich mir selbst einreden muss: "Du packst das, mach bloß nicht schlapp". Eine Zeit lang habe ich das Gefühl, dass es kein Ende nimmt und hoffe auf den nächsten Stop, an dem ich wieder Müsliriegel essen und mich ausruhen kann. Die Hitze macht mir etwas zu schaffen und ich konzentriere mich nur noch auf meine Atmung. Nach einer halben Stunde habe ich diese Phase überwunden und bin wieder relativ fit. Jetzt bekomme ich auch mit, dass die Anderen sich noch immer unterhalten und nehme wieder an den Gesprächen teil.

"Das ist die Grenze...

... zu Baden", sagt uns ein Mann an einem kleinen nachgebauten Grenzhäuschen mit einer Schranke. "Ihr benötigt einen Pass, um sie passieren zu dürfen". Ratlos schauen wir ihn an. Wir haben keinen Pass dabei - woher auch? Aber der Mann zückt gleich aus seiner Tasche vier Pässe und verteilt sie uns. Liebevoll angefertigt, steht darin etwas zur Geschichte und ein Feld für unsere Namen ist vorhanden. Außerdem erzählt uns der Mann einiges zur Geschichte dieser Grenze und bietet uns an, ein Foto von uns zu machen. Da sagen wir natürlich nicht nein! Nett von ihm. Wir laufen weiter und kommen zu einem Aussichtspunkt mit fantastischem Weitblick. Auch hier wartet ein Stand auf uns, an dem wir versorgt werden. Diesmal sogar mit einer Weinprobe. Wir erhalten Infos zu einer Weinwanderung, die bald stattfindet und nehmen uns sofort vor, mitzumachen. Gut gelaunt laufen wir weiter und immer weiter.

Das Ziel...

... ist endlich erreicht. Dahinter warten Maultaschen, Eis und Bier auf uns. Wir wollen in´s Ziel laufen, da hält Jan uns auf: "Ich muss doch filmen, wie ihr ankommt". Wir warten also, bis er sein Equipment aufgebaut hat und gehen demonstrativ in Richtung Ziel. "Stop!", ruft er "ihr könnt wieder umdrehen, jetzt ist David dran mit Filmen. Kommt zurück und lauft noch mal ins Ziel", ruft er und wir ziehen Gesichter. So kurz vor dem Ziel drehen wir also noch einmal um und warten, bis wir das "Go" bekommen. David ist soweit, er weist uns an zu laufen. Veronika und ich gucken uns an und grinsen. "Packen wir´s?" - "Wir packen es!" schreie ich und beide rennen wir los wie die gestörten. Das Ziel ist erreicht, wir haben es geschafft. Nach 42 langen Kilometern, die sämtliche Stimmungslagen beinhalteten, sind wir so unfassbar stolz auf uns. Wir haben es geschafft.

 
 

Details

Bewertung:

Strecke: 42 km

Benötigte Zeit: 7,5 Stunden

Höhenmeter: 496 m

Schwierigkeit: schwierig